14. Generalversammlung vom 27. Sept. 2003 Simplon – Hospiz

Um 10.15 Uhr begrüsst Präsident Tscherrig Alois (Domo) im Konferenzsaal des Simplon – Hospizes alle Anwesenden recht herzlich zur Präsentation von Erichs Arbeit über Orts- und Flurnamen und zur anschliessenden GV der Kulturvereinigung Simplon-Süd.

In einer eindrücklichen Dia-Show stellt Erich uns seine Arbeit vor.

In einem kurzen Rückblick zeigt er auf, wie das Projekt entstanden ist. Den eigentlichen Grundstein zu seiner Arbeit setzte sein Buch „Einheimische erzählen“. Ihm wurde bei dieser Arbeit bewusst, dass etwas zur Erhaltung der Orts- und Flurname der Simplon-Südseite getan werden musste.

1989 setzte die Kulturvereinigung eine Arbeitskommission ein, die folgende Ziele verfolgte.

Ferner erläutert Erich, wie er die Arbeit machte.

Erich ging vor Ort und liess sich durch Gewährspersonen informieren. Mit Hilfe dieser Informationen bearbeitete er zu Hause die Karten und versah diese mit den nötigen Bemerkungen. Ebenfalls ergänzte er seine Arbeiten mit Recherchen aus Archiven und entsprechender Literatur.

Diese Arbeiten wurden nun in Word-Tabellen und elektronische Karten übertragen.

Parallel zu den Feldarbeiten und deren Auswertung, setzte sich Erich auch mit Fachliteratur über Ortsnamen auseinander. So können in unseren Orts- und Flurnamen verschiedene Sprachen und Kulturen nachgewiesen werden. Die Geschichte lässt sich bis in die Keltenzeit zurückverfolgen.

Wie sieht die Situation heute aus.

Alpen werden nicht mehr genutzt, Weideland verwaldet, die Modernisierung der Landwirtschaft, Überbauungen und die Nationalstrasse lassen viele Parzellen verschwinden, oder Gebiete erhalten ein anderes Gesicht. Die Folge ist, dass Ortsnamen vergessen oder nicht mehr richtig lokalisiert werden können.

Mit rasanter Geschwindigkeit werden Ortsnamen vergessen oder verschwinden. Darum soll das Projekt Orts- und Flurnamen zur Rettung der Namen und damit zur Rettung eines erhaltenswerten Kulturgutes beitragen.

Erich schliesst seine Ausführungen mit den Worten:

„Iischi Oorts- und Flurnämu sind us wäärtvolls Kuluurguät, wa wiär ggerbt hei und wa wiär terffä und miässä wiitär pflegu, ja wiär terffä schi sogaar no wiitär entwicklu. Abär bitte uf un Aart, wa värträglich ischt, äs muäs nit „mega cool“ old „softy“ sii.

Im Anschluss an diese Ausführungen eröffnet der Vereinspräsident Alois Tscherrig (Domo) die ordentlichen 14. Generalversammlung der Kulturvereinigung Simplon - Süd.

Domo verdankt  und würdigt die wissenschaftliche Arbeit von Erich. Als nächstes muss nun die Veröffentlichung dieser äusserst sorgfältigen und kulturell bedeutenden Arbeit vorangetrieben werden. Domo sagt Erich die Mithilfe und Unterstützung der KV zu.

1.      Begrüssung und Totenehrung

Domo begrüsst alle Anwesenden recht herzlich zu 14. Generalversammlung. Besonders willkommen heisst er Pfarrer Josef Sarbach, Professor Dr. Klaus Aerni, den Kulturpreisträger der KV Simplon – Süd und Pianzola Charly.

Seit der letzten GV haben wir den Verlust von zwei geschätzten Mitgliedern zu beklagen. Es sind dies: Görres Franz und Schnidrig Jean – Pierre. Wir gedenken ihrer in einer Schweigeminute.

2.      Wahl der Stimmenzähler:

Mit Applaus bestimmt die GV Gerold Marie-Therese und Zumkemi Peter des Josef zu Stimmenzählern.

3.      Protokoll der letzten GV

Das Protokoll ist den Mitgliedern vorgängig zugestellt worden. Es wird mit Applaus genehmigt und verdankt worden.

4.      Kassa- und Revisorenbericht:

Der Kassier Arnold Klaus erläutert die Abrechnung des Jahres. An der GV 2002 wies die Vereinigung ein Vermögen von Fr. 8'061.30 aus, und am 01. Sept. 2003 belief sich dieses auf Fr. 10'691.20. Der Vermögenszuwachs beträgt Fr. 2'629.90.

Der Revisor Escher Albin hält fest, dass die Kassaführung korrekt erfolgt ist, und er bittet die Versammlung, den Kassier zu entlasten.

Die Versammelten verdanken den Kassa- und Revisorenbericht (Revisoren: Escher Albin und Escher Josef 50) sowie die geleistete Arbeit mit Applaus.

5.      Rapporte und Kurzberichte:

    1. Ecomuseum Simplon Escher Josef 50

Rückblick auf das Jahr 2002/2003

·        Stockalperweg durch die Gondoschlucht und Ausstellung in der „Alten Kaserne“

Mit der Realisierung der Ausstellung zur Strassen- und Verkehrsgeschichte am Simplon in der „Alten Kaserne“ und mit der Eröffnung des Stockalperweges durch die Gondoschlucht am 24. August 2003 konnte eine Etappe erreicht werden, die für das Projekt Ecomuseum von spezieller Bedeutung ist.

Im Juni 2003 konnte der Treppensteg über die Doveria bei der „Alten Kaserne“ eingeweiht werden. Der Steg verbindet den Stockalperweg mit der Nationalstrasse.

·        Fort Gondo

Im abgelaufenen Jahr wurden intensive Gespräche mit dem VBS betreffend den Einbezug der Festung Gondo ins Konzept des Ecomuseums geführt. Die Vereinbarung wurde unterzeichnet und das Baugesuch zur Umnutzung ist über die Standortgemeinde Gondo-Zwischbergen eingereicht worden. Nun hofft die Stiftung im nächsten Jahr die musealen Ausgestaltung des Forts zu verwirklichen und das Sperrwerk mit Führungen in den Betrieb des Ecomuseums aufnehmen zu können. Das VBS bleibt Eigentümer des Forts.

·        Museumsbetrieb im „Alten Gasthof“ von Simplon – Dorf.

Der Geschäftsverlauf lief im erwarteten Rahmen ab.

Besonderes Interesse weckten die Animationstage. Einem breiten Publikum konnte traditionelles Handwerk wie Spinnen und Weben, „Tschiffru“ und die Sattlerei vorgestellt werden.

·        Projekte:

Für das Jahr 2003/2004 ist vorgesehen, im Zwischbergental den Anschluss Furggi – Bru Kapelle – Sera zu verwirklichen.

Domo verdankt die Ausführungen von Josef Escher.

    1. Blumenschmuck Mathias Bellwald

Mathias Bellwald führt aus, dass die Jurymitglieder alle Objekte mindestens zweimal besucht und fotografiert haben. Alle Häuser sind sehr schön.

Die Jury prämiert folgende Objekte:

·        Ferienwohnung von Arnold – Grünwald Alois

·        Weisses  - Kreuz

·        Rest. Simplon

Mathias betont, dass der Aufwand für die Jury sehr gross sei. Darum ruft er alle Mitglieder auf, die Arbeit der Jury zu unterstützen. Die Vereinsmitglieder sollen von den verschiednen Objekten Fotos machen, diese genau beschriften, Ortsangabe, Objekteigentümer, genaues Datum der Aufnahme und diese an Mathias Bellwald schicken.

6.      Verschiedenes:

Pfarrer Josef Sarbach

    1. Rosenkranzstationen:

Letztes Jahr konnten die Rosenkranzstationen auf dem Weg auf die Bleiken eingeweiht werden. Die Rosenkranzstationen sind ein Werk des Oberwalliserkünstlers Hans Loretan.

Bei Pf. Josef Sarbach kann eine CD bezogen werden, mit einem Kommentar und der Entstehungsgeschichte der Kreuzwegstationen.

    1. Textbüchlein

Ferner hat Pf. Josef Sarbach ein Büchlein mit Texten aus der Schrift herausgegeben, das für Fr. 5.- bei ihm oder auf der Gemeindekanzlei in Simplon – Dorf bezogen werden kann.

    1. St. Gotthard Kirchenpatron der Kirche Simplon – Dorf

Pf. Josef Sarbach erarbeitet eine CD zum Thema St. Gotthard im Wallis.

Prof. Dr. Klaus Aerni

Klaus Aerni dankt uns für unsere Zeit. Ganz besonders dankt er Erich für das Erfassen der Geschichte eines jeden kleinsten Fleckens. Er unterstreicht die Wichtigkeit des Erfassens der Hintergrundgeschichte, die Erich mit dem Erarbeiten und Erforschen der Orts- und Flurnamen macht.

1949 machte Klaus Aerni eine erste Velofahrt über den Simplon. Zwischen Klaus Aerni und dem Simplon funkte es. Es war Liebe auf den ersten Blick.

Klaus Aerni ermuntert uns, jegliches Kulturgut zu sammeln, denn jede Sammeltätigkeit hält den wissenschaftlichen und augenblicklichen Stand fest.

Private Sust von Stockalper

·        Arnold Renato

Renato fand auf einer italienischen Karte (1834) la Sosta (Freiburghaus auf dem Simplon – Pass). Dieses Haus hat Klaus Anderegg in seinem Werk nicht aufgenommen. Stockalper hat es aber in seinen Handelsbüchern erwähnt. Eine Susta ist auch auf der Rekognoszierungskarte (1799) eingatregen. Renato hat die Susta in der „Alten Kaserne“ auf einer Karte gefunden. Renato wäre an weiteren Informationen zu dieser Susta interessiert.

·        Arnold Klaus:

Klaus wünscht, dass die Publizierung der Orts- und Flurnamen ermöglicht werden muss.

·        Alois Tscherrig (Domo)

Domo dankt Erich nochmals für den sehr guten Vortrag und die aussergewöhnlich sorgfältige und wissenschaftlich hervorragende Arbeit. Er dankt dem Vorstand für die gute Zusammenarbeit.

Demission:

Domo gibt bekannt, dass er sein Amt auf die nächste GV zur Verfügung stellt und demissioniert.

Um 12.00 Uhr schliesst Domo die Versammlung. Er lädt uns alle zum anschliessenden Mittagessen im Speisesaal des Hospizes ein. Er wünscht noch allen einen gesellschaftlichen Nachmittag und eine gute Heimreise.

Datum der nächsten GV: 25. September 2004  in Vogona.

Glis im Oktober 2003

Gabriel Rittiner

Zumkemi Josef schliesst um 1200h Uhr die GV.