16. Generalversammlung von 24. Sept. 2005 in Simplon - Dorf

1.       Begrüssung und Totenehrung

Um 10.40 Uhr begrüsst Vereinspräsident Josef Zumkemi in der Turnhalle von Simplon – Dorf alle Anwesenden Vereinsmitglieder und Freunde der KV Simplon – Süd recht herzlich zur 16. GV. Besonders begrüsst der Präsident Pfarrer Sarbach Josef, den Gemeindepräsidenten der Gemeinde Simplon, Zenklusen Werner, den Vizepräsidenten von Gondo, Jordan André, den alt – Präsidenten der KV, Tscherrig Alois Domo, den Kulturpreisträger, Aerni Klaus und dessen Frau Vreni, alle Neumitglieder, unseren Hausjournalisten und Buchautor, Tscherrig Georges mit Frau Therese, Herrn Zenhäusern Gregor vom rro, Squaratti Josef, Buchautor des Buches „Mein Zwischbergen“, die Vertreter aus Domodossola, Rolandi Rinaldo und Fernanda sowie Herrn Escher Alfred und dessen Frau Elisabeth.

In Stille gedenken wir unserer verstorbenen Mitgliedern alt- Nationalrat Schmidhalter Paul und Tscherrig Ernst.

 

2.       Wahl der Stimmenzähler

Mit Applaus bestimmt die GV Pidroni Susy und Escher Manfred zu Stimmenzählern.

3.       Protokoll der letzten GV

Das Protokoll ist allen Mitgliedern der KV vorgängig zugestellt worden. Mit Applaus wird es genehmigt und verdankt.

 

  1. Kassa- und Revisorenbericht

Der Kassier Arnold Klaus erläutert die Abrechnung des Jahres. An der GV 2004 wies die Vereinigung ein Vermögen von Fr. 12'968.75 aus, und am 16. Sept. 2005 belief sich dieses auf Fr.13'104.80. Der Vermögenszuwachs beträgt Fr. 136.05.

Die Revisoren Escher Albin und Escher Josef 50 mussten sich entschuldigen lassen. In einem Schreiben bitten sie die Versammlung den Kassier zu entlasten.

Die Versammelten verdanken den Kassa- und Revisorenbericht sowie die geleistete Arbeit mit Applaus.

5.       Rapporte und Kurzberichte

a)      „Mein Zwischbergen“

Zumkemi Josef informiert die Anwesenden, dass zwei Ereignisse in Gondo letztes Jahr von besonderer Bedeutung waren. Das erste Ereignis hatte für die Bewohner des Zwischbergentals einschneidende Folgen. Blieb doch das Tal nach dem schweren Felssturz vom 14. Mai 2005 für längere Zeit von der Aussenwelt abgeschnitten.

Das zweite Ereignis war die Buchvernissage des Buches „Mein Zwischbergen“ von Squaratti Josef vom 2. Juli 2005.

Squaratti Josef, der sich als einziger ganzjährig im Zwischbergental noch aufhält ist Landwirt, hat heute grosse Medienpräsens, ist stummer Gitarrist, ist ein begnadeter Dichter und Buchautor. Er verfügt über ein aussergewöhnliches Gedächtnis. So hat Josef über das ganze Tal Zwischbergen, über Gondo und die Alpien, über Furggu und Simplon – Dorf, über seine Jugend und seinen Werdegang ein Buch verfasst, das Geschichte, Brauchtum und kulturelle Werte der Nachwelt überliefert.

Danke Joseph.

b)      Buchverkauf:

Arnold Imelda informiert über den Verkauf des Buches „Mein Zwischbergen“.

Anlässlich der Vernissage wurden 184 Bücher verkauft. 155 wurden an Donatoren und Organisationen abgegeben. Ferner läuft der Verkauf an den verschiedenen Verkaufstellen recht gut, so dass mit den 74 Exemplaren, die der Autor selber verkauft oder verschenkt hat, bis jetzt 579 Bücher abgesetzt werden konnten. Also bleibt noch ein Restbestand von gut 400 Büchern.

c)       Vereinsaktivitäten:

Rittiner Gabriel informiert über die Vorstandsarbeit.

Schwerpunkte des verflossenen Vereinsjahres war die Buchvernissage des Buches von Squaratti Josef „Mein Zwischbergen“, die Projektbegleitung des Werkes von Jordan Erich über Orts- und Flurnamen. Ferner unterstützte der KV die Anlässe „Lismu – läsu – losä“.

Wir möchten wiederum das Feierabendläuten in Simplon – Dorf erklingen lassen. Rittiner Martin ist bereit dies zu machen, möchte aber nicht die Hauptverantwortung übernehmen. Rittiner Gabriel erklärt sich bereit, vor allem im Sommer, das Läuten zu übernehmen.  

Wasserleitungen: Die KV regt an, dass die Wasserleitungen, die heute teils nicht mehr gebraucht werden, als Kulturgut zu erhalten sind.

Harzofen: Wir machen den Förderverein auf den erhaltenswerten Harzofen in der Presa Fondo aufmerksam.

d)      Blumenschmuck:

Zenklusen Lukas informiert, wie der Vorstand das Gebiet der Simplon – Südseite unter sich aufgeteilt hatte, selektiv Objekte fotografierte und das Fotomaterial (130 Fotos) digital der Jury zur Verfügung stellte. Diese hat ihrerseits die Wertung vorgenommen und folgende Rangliste erstellt.

1. Rang: Arnold Alois

2. Rang: Restaurant „Simplon“ Ritter Agnes

3. Rang: Alpjen Zumkemi Amadée

Zumkemi Josef dankt der Jury für die geleistete Arbeit.

Bellwald Matthias, der die Rangverkündigung vornahm, übergibt das bestehende Album dem Vorstand zur Archivierung.

e)       Flur – und Ortsnamen: Jordan Erich

Arnold Klaus informiert über den Stand des Werkes von Jordan Erich.

Die KV begleitete Erich seit rund 15 Jahren. Wir durften Erich als einen sehr geduldigen, unermüdlichen und hartnäckigen Schaffer erleben. Erich überliefert uns Namen und Daten, die sonst sicher in Vergessenheit geraten würden.

Die Kommission, bestehend aus Jordan Erich, Arnold Klaus, Arnold Renato, Zenklusen Urs und Zumkemi Josef holte für die Herausgebe des Buches, dass 576 Seiten stark wird, farbige Karten und Fotomaterial enthält, Offerten ein. Bei einer Auflage von 1000 Exemplaren werden die Kosten Fr. 56'000 – 57'000 betragen. In diesem Betrag nicht inbegriffen sind Spesen, Kosten für die Werbung und Kosten der Vernissage, was zusätzlich noch einmal Fr. 25'000 ausmachen wird. Um also das Buch herauszugeben, wir ein Budget von Fr. 82'000 benötigt. Somit müsste ein Buch Fr. 136 kosten. Es liegt auf der Hand, dass diese Kosten gesenkt werden müssen. Darum müssen noch die nötigen Mittel beschafft werden. Es werden sicher die Gemeinden Gondo und Simplon- Dorf Beiträge sprechen. Es werden Sponsoren gesucht, so dass das Buch für Fr. 48.- bei der KV oder für Fr. 55.- bis 60.- im Buchhandel gekauft werden kann.

Jordan Erich dankt der KV und im Besonderen der Kommission für die Mitarbeit und Unterstützung. Erich ist der Meinung, dass sein Buch bis im Herbst 2006 erscheinen kann. Das Buch muss noch gelesen werden. Einzelne Korrekturen an Karten müssen noch vorgenommen werden. Ferner müsse er noch einmal mit einzelnen Gewährsleuten Kontakt aufnehmen, um letzte Unsicherheiten zu besprechen. Aber sonst ist sein Werk abgeschlossen.

6.       Autorenlesung  

„Mein Zwischbergen“

Höhepunkt unserer GV bildetet die Autorenlesung von Squaratti Josef, der uns aus seinem Buch „Mein Zwischbergen“ die Texte: Ende der Primarschulzeit, Der Holzschlitten, Musikgesellschaft Ruden, Jagdleben in Zwischbergen vorlas und das Gedicht die Jäger, (auswendig) vortrug. 

7.       Verschiedenes

Aerni Klaus macht uns darauf aufmerksam, dass er anlässlich einer Führung im Simplongebiet von einem Kursteilnehmer auf den Namen Gabi und dessen Herkunft angesprochen wurde. Gabi sei der Name einer Stadt nördlich Roms. Der Name Gabi kommt in Italien vermehrt vor. Aerni Klaus und Jordan Erich werden sich noch über den Ursprung dieses Namens unterhalten.

Stockalper – Weg:

Aerni Klaus macht uns auf die Zeitschrift ViaStoria Ausgabe 2005 Erlebnismagazin Kulturwege Schweiz aufmerksam, in der der sehr gut illustrierte Bericht ViaStockalper: Faszination der Gegensätze Brig – Simplonpass – Gondo erschienen ist.

Den Stockalperweg gilt es als Leitlinie, als lebendige Linie für den Tourismus zu erhalten. So fällt auch ökonomisch für die einheimische Bevölkerung etwas ab. Seit 1983 bis 2005 sind schweizweit alle Kulturwege inventarisiert worden. Man will ein Netz dieser Kulturwege schaffen, über das der Fremde sich über Wanderetappen, Wanderzeiten, Unterkünfte, Gepäcktransporte usw. informieren kann. Wichtig ist auch, dass er direkt über dieses Netz Unterkünfte und Reservationen buchen kann.

Der Stockalperweg soll weiter wachsen im Konzept für sanften Tourismus.

Gemeindepräsident Zenklusen Werner begrüsst die Kulturvereinigung im Namen der Gemeinden Gondo und Simplon – Dorf. Er dankt dem KV, dass die GV in Simplon – Dorf statt findet. Er dankt für die Arbeit im kulturellen Bereich, die für die Gemeinden von grosser Bedeutung ist. Er verspricht auch, weiterhin kulturelle Werke, wie das Projekt von Jordan Erich, zu unterstützen.

Projekt „Burg“. Die Eigentümer der Burg haben das Gesuch für den Abriss der Burg eingereicht. Gegen dieses Gesuch wurden keine Einsprachen gemacht, so konnte die Gemeinde diesem Gesuch zustimmen. Dem Abriss der Burg in diesem Herbst steht also nichts mehr im Wege und das Grossprojekt - Neugestaltung des Dorfplatzes der Gemeinde Simplon - Dorf - kann nun eingeleitet werden. Über den Winter soll ein Ideenwettbewerb lanciert werden. Die ganze Bevölkerung ist aufgerufen, sich mit Ideen an diesem sehr anspruchsvollen Projekt der Gemeinde zu beteiligen. Wichtig ist, dass der Charakter des Dorfplatzes unter Einbezug des „Stutzjis“, der „Kreuzgasse“ und der Verbindung zur „Dorfplatta“ erhalten bleibt. Miteinbezogen werden muss auch das Hochwasserschutzkonzept, ohne das keine Subventionen für das Projekt gesprochen werden. Der Dorfbach muss sehr wahrscheinlich wieder geöffnet werden. Aus dem Projekt Dorfplatz wird ein Projekt des Dorfes, was eine Aufgabe für die nächsten 15 – 20 Jahre wird.

Zumkemi Josef verdankt die Worte des Gemeindepräsidenten. Er bedankt sich bei der Gemeinde für den offerierten Aperitif und das Gastrecht in der Turnhalle.

Escher Alfred

Escher Alfred dankt Aerni Klaus für seine unermüdliche Arbeit im Simplongebiet.

Herrn Escher stört es, dass der Name Simplon aus dem Namen des Verkehrsvereins Brig – Aletsch verschwunden ist. Er ist überzeugt, dass der Name Simplon in Paris, London, in der Welt bekannter ist als Aletsch, von der Aussprache nicht zu reden. Das Verschwinden des Namens Simplon betrachtet es als einen Verlust für den Simplon. Herr Escher regt an, dass an betreffender Stelle interveniert werden muss, dass der Name Simplon wieder berücksichtigt wird.

Der Name Gabi: Escher Alfred fragt auch noch, warum es zur Namensänderung kam, wurde Gabi doch früher Gstein genannt.

Votivbilder Herr Escher spricht über die grosse Bedeutung der Votivbilder und fragt, wo die Votivbilder der Bleiken – Kapelle seien. Er wisse, dass es dort Votivbilder gab, aber es gebe keine Hinweise, wo diese Bilder heute seien.

Jordan Erich:

Erich weiss, dass früher der Name Gstein gebräuchlich war. Der Name Gabi beziehe sich mehr auf den Bereich des Hotels.

Sarbach Josef Pfarrer:

Herr Sarbach hat nirgends Votivbilder der Bleiken – Kapelle gefunden. Pfarrer Sarbach berichtet, dass Pfarrer Ernst Zenklusen in seiner Publikation „Geschichte der Pfarrei Simplon“ von diesen Exvoto berichtet. Er soll diese als Bub gesehen haben. Anlässlich der Erneuerung der Kapelle seien aber diese Bilder vernichtet worden. In Maria Brun hat es recht viele Votivbilder. Pfarrer Sarbach hat die gemalten Bilder, gut zwei Dutzend, fotografiert. Sie sind 1886 – 1891 datiert und auf Blech gemalt. Ein Bild nach gleicher Art gemalt, ist mit 1791 datiert. Pfarrer Sarbach weiss, dass Herr Ruppen Votivbilder in der Kapelle auf den Bleiken erwähnt.

Tscherrig Alois weiss, dass Anderegg Klaus ein grosser Kenner der Votivbilder ist, und dieser vielleicht etwas über den Verbleib der Bilder auf den Bleiken weiss.

Domo übergibt Zumkemi Josef den versprochenen Preis, weil dieser am meisten Neumitglieder für den KV geworben hat. Er verspricht für nächstes Jahr wiederum einen gleichen Preis.

Escher Josef 50, der sich für die heutige GV entschuldigen musste, stattet uns einen Besuch ab. Er macht Fotos der Versammlung, die schon montags auf der Homepage der Gemeinde Simplon erscheinen sollen. Er macht uns darauf aufmerksam, dass ab sofort auf der Homepage der Gemeinde Simplon unter www.gemeinde-simplon.ch eine Wetterkamera aufgeschaltet ist. Die Kamera ist auf dem Gebäude des alten Gasthofs montiert und zeigt Aufnahmen rund um das Dorf aus sechs verschiedenen Positionen. Die Bilder werden alle fünf Minuten aktualisiert.

Zumkemi Josef macht die Besucher der GV darauf aufmerksam, dass das Buch „Mein Zwischbergen“ im Anschluss an die GV noch gekauft werden kann, und dass der Autor das Buch auch noch signiert.

Ferner stellt er noch kurz das Buch von Tscherrig Georges, „100 Jahre Simplontunnel“ Erinnerungen aus der Bauzeit, vor. Das Buch kann direkt bei Tscherrig Georges oder beim Rottenverlag unter der ISBN Nr. 3-907 624-68-8 bestellt werden.

Zumkemi Josef schleisst um 12.30 Uhr die GV. Er dankt allen für die Teilnahme und lädt alle zum Aperitif, offeriert von der Gemeinde Simplon und zum anschliessenden Brunch offeriert von der Kulturvereinigung Simplon – Süd, ein.    

 

Nächste GV

Ort und Datum der nächsten GV werden mit der geplanten Vernissage des Buches von Erich Jordan abgestimmt. Er wird ein umfassendes Werk  über die Orts- und Flurnamen auf der Simplon-Südseite herausgeben. Wir werden die Mitglieder im Frühling orientieren.

 

Wir wünschen allen Mitgliedern gesegnete Weihnachten und alles Gute im Neuen Jahr.

Glis, den 25. September 2004

Gabriel Rittiner